Hirnfick… 

Der Tag fing heute schon um viertel nach vier an. 

Die Nächte werden immer kürzer. Mehr als 6 Stunden Schlaf schaffe ich nicht mehr… 

Hätte gern eine Erklärung dafür.
Zum Glück sind die hier nicht ganz so streng, was das Rauchen um diese Zeit angeht. 

In der Uniklinik durfte man nicht vor halb sechs zum rauchen. 
Ich bin in den Aufenthaltsraum und hab mir den ersten Kaffee des Tages gemacht. Meine Gedanken lassen mich nicht mal mehr morgens direkt nach dem aufstehen in Ruhe… 

Sofort war ich im Gedanken beim morgigen Tag. Wiegen… 

Hm… Normalerweise fängt mein Kopfkino doch erst abends an, wenn’s hier zum wiegen geht…!? 

Mittlerweile nervt mich mein Kopf. Oder besser gesagt, mich nervt er schon immer, aber in letzter Zeit ist es extrem schlimm. Daheim konnte ich mich noch irgendwie ablenken bzw abreagieren… 

Hier hab ich noch nicht wirklich was gefunden, was mir da hilft.
Ab auf’s Bike oder die Kloschüssel umarmen gehen… All das ist hier nicht möglich. 

Selbst zum spazieren gehen ist das heutige Wetter nicht geeignet. Es regnet Binnfäden… 
Was also tun mit der Anspannung? Wie kann ich dieses Gedankenkarussell abstellen?? 

Mein neues Lieblingswort hier in der Klinik: aushalten! 

In beinahe jeder Therapiesitzung kommt das Wort vor. 

Ich muss ja zugeben, an dem Wort ist vieles wahres dran. 

Schließlich muss man es ja tun. Egal was kommt… Aber was ist, wenn der Druck und die Anspannung so groß ist, dass es einen fast zerreißt? Gebe ich dem Druck nach, und gebe mich meiner Sucht hin?? Oder soll ich wieder gegen eine Wand schlagen??? 

Beides wäre ziemlich kontraproduktiv… 

Ich werde so lange standhaft bleiben, bis ich den Druck überwunden habe, oder er mich eben bricht. 

So oder so… 

Es ist ein hartes Los. 

Das Leben ist hart. Dass es einfach wird, hat aber auch niemand behauptet… 

2 Gedanken zu “Hirnfick… ”

  1. Ich kenne den Druck und erahne wie es dir geht. Alles was man bisher verwendet hat ist plötzlich verboten… Sport, kotzen, ritzen dafür bekommt man die 3 A’s: Annehmen, Akzeptieren, Aushalten und nun? Der Kopf arbeitet, der Druck wühlt auf, das das schlafen da nicht so klappt ist verständlich.
    Ich habe mir mit der Zeit neue Methoden versucht zu suchen… manchmal hilfreich manchmal nicht, kommt glaube auch immer auf die Einstellung an. Ich habe z.B. Musik gehört und im Takt auf die Beine geklopft (nicht zu fest ;)) oder habe zu Musik auf ein Blatt gemalt, hatte auch ne Phase da hab ich immer nen Flummi gegen die Wand geworfen, wenn der Druck zu groß war, schreiben hat auch geholfen (nichts anspruchsvolles, z.B beschreiben was du siehst).
    Aber mit der Zeit versteht man das aushalten – es bedeutet, das man Hoffnung haben soll, das nach dem Druck noch was kommt, das die Anspannung nicht alles ist was da ist auch wenn es sich so anfühlt.
    Liebe Grüße und viel Kraft!

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    1. Das Schreiben hilft mir, einen anderen Blick auf die Sache zu bekommen… Hab auch schon Liegestütze an der Wand gemacht, weil das auch helfen soll. Naja… Es ist schwer, sich neue Taktiken zu überlegen, die wirklich helfen. Man muss es immer wieder aufs Neue ausprobieren…

      Gefällt 1 Person

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