Gelernt ist gelernt…

Seit ich am Dienstag in der Geschlossenen bin, nehmen sich meine Störungen ihren Freiraum. Über ein Jahr hatte ich sie unter Kontrolle. Doch jetzt, im geschützten Rahmen, nehmen sie ihren gewohnten Platz an meiner Seite ein.

Alle sind wieder da. Meine Bulimie… Jedes Essen, außer das Frühstück, muss raus.

Die Depression. Alles scheint sinnlos zu sein. Wozu kämpfen?

Der Borderliner. Wenn ich es schaffe, mit einem aggressiven Mitpatienten Streit anzufangen, vielleicht killt er mich ja!?

Dann wäre endlich Ruhe im Karton.

Ein ganz winziger Teil in mir versucht sich Platz an meiner Seite zu erkämpfen. Es ist die Stimme der Vernunft. Ihr höre ich leider viel zu selten zu…

Ich kann nicht alles verstehen was sie von mir will… Zu dick ist der Schleier der Depression, der um mein Kopf gehüllt ist. Ich verstehe nur Bruchstücke. Beziehung… Plan… Hilfe…

Es ist ziemlich schwer hier drin auf klare Gedanken zu kommen. Zum einen werde ich ruhig gestellt mit Tavor… Und zum anderen sind die Mitpatienten extrem laut und aggressiv. In den letzten zwei Tagen ging bei uns auf Station drei mal der Hausalarm los. Dann kommen alle Pfleger auf die Station um den aufgebrachten Patienten zu beruhigen.

Ich versuche mich wieder mit dem Schreiben. Dabei Kopfhörer auf und versuchen die anderen Mitmenschen auszublenden. Das konnte ich schon mal.

Und alles was man mal gelernt hat, verlernt man auch nicht so schnell…

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